Schließkraft
Die Schließkraft ist die Kraft, mit der eine Spritzgussmaschine das Werkzeug während des Einspritzens geschlossen hält, um ein Aufdrücken durch den Formdruck zu verhindern.
Reicht die Schließkraft nicht aus, drückt der beim Einspritzen entstehende Innendruck das Werkzeug minimal auf, wodurch an den Trennebenen unerwünschter Grat entsteht und die Bauteilmaße nicht mehr eingehalten werden können. Die benötigte Schließkraft hängt von der projizierten Bauteilfläche, der Anzahl der Kavitäten sowie dem verarbeiteten Material ab – bei NMH deckt der eingesetzte Maschinenpark im Bereich Kunststofftechnik einen Schließkraftbereich von 350 kN bis 4.000 kN ab. Damit lassen sich sowohl kleine, filigrane Bauteile als auch großflächige Formteile mit entsprechend hohem Formdruck zuverlässig fertigen. Besonders bei mehrkavitätigen Spritzgusswerkzeugen mit bis zu 20 Kavitäten steigt der Schließkraftbedarf deutlich an, da sich die Drücke aller gleichzeitig gefüllten Formnester addieren. Auch beim 2-Komponenten-Spritzguss muss die Schließkraft so ausgelegt sein, dass beide Materialkomponenten sicher und ohne Gratbildung verarbeitet werden können. Für die Wahl der passenden Maschine ist die korrekte Schließkraftberechnung deshalb einer der wichtigsten Schritte in der Projektplanung, um Bauteilqualität und Prozesssicherheit von Anfang an sicherzustellen.
Verwandte Begriffe: Kavität · Spritzgewicht